Fünf kantonale Ja - einmal mit höchsten Bedenken
Aus wirtschaftlicher Sicht sagt der AWG-Vorstand Ja zu den kantonalen Abstimmungsvorlagen. Die Zustimmung zur Kantonsschule Reussbühl verbindet die AWG mit Kritik am hohen Ausbaustandard öffentlicher Bauten.
Am wichtigsten ist für die AWG am kommenden Abstimmungssonntag die Weiterentwicklung der Standortförderung. Angesichts des harten Kampfs um die Ansiedlung von internationalen Konzernen sagt AWG-Präsident Josef Wyss: «Erfreulicherweise sind in den letzten Jahren etliche Unternehmungen nach Luzern gezogen, die wir unbedingt behalten wollen.» Falls sie wegziehen, verliere der Kanton Luzern Arbeitsplätze, Steuereinnahmen und viele KMU Aufträge.
Schulbauten sind zu teuer
«Gute Bildung hat für die Schweiz wirtschaftliche Relevanz», sagt AWG-Vorstandsmitglied und Kantonsrat Ferdinand Zehner. Die AWG unterstützt seit jeher Investitionen in die Bildung. Aber nicht um jeden Preis. Die Ausbauvorlage der Kantonsschule Reussbühl liegt in der Schmerzzone. «Das Projekt ist grundsätzlich unbestritten, aber schlicht und einfach zu teuer», kritisiert Architekt Christian Stofer vom AWG-Vorstand. «Offenbar durfte es in Reussbühl nur das Beste und das Teuerste sein.» Für die AWG ist Reussbühl die Spitze des Eisbergs. «Die öffentliche Hand baut zu luxuriös und zu teuer, nicht nur bei Schulhäusern.» Das gelte für Kanton und Gemeinden.
Fangewalt und Ruhetagsgesetz
Bei der Fangewalt spricht sich die AWG für ein Ja zur Initiative aus. «Wir haben einfach genug, dass wegen Chaoten Ladenbesitzer, Hauseigentümer und der Staat Unsummen ausgeben müssen», hält AWG-Vorstandsmitglied und Kantonsrat Michael Kurmann fest. Die Initiative könnte schweizweit zum Vorbild werden. Dem Gegenvorschlag stimmt die AWG auch zu, obwohl er faktisch nichts Neues bewirke. Befürwortet wird die Liberalisierung des Ruhetags- und Ladenschlussgesetzes. Es legalisiert die längeren Öffnungszeiten der unbedienten Hofläden und reagiert mit Verkaufsstellen um Schnelladestationen auf veränderte Konsumbedürfnisse.
«Erfreulicherweise sind in den letzten Jahren etliche Unternehmungen nach Luzern gezogen, die wir unbedingt behalten wollen.» Josef Wyss

