Nein – weil negativ für die Luzerner Wirtschaft
«Die Pro-Seite der 10-Millionen-Initiative spielt leichtfertig mit, Arbeitsplatzsicherheit, Wohlstand und der Finanzierung der Sozialwerke», ärgert sich Josef Wyss, Präsident der AWG Luzern. Der AWG-Vorstand sagt klar Nein zur Chaos-Initiative.
Die wirtschaftspolitische Organisation AWG (Aktiv in Wirtschaft und Gesellschaft) warnt eindringlich vor der Versuchung, am 14. Juni 2026 «einfach mal ein Zeichen zu setzen». Das dürfte ins Auge gehen: «Wem es gut geht, wird selbstgefällig», warnt der AWG-Präsident. Und ja, der Schweiz gehe es gut, aber: «So unverrückbar wie die Schweizer Alpen sind weder Arbeitsplatzsicherheit noch Wohlstand.»
Wer sonst macht den Job?
Der Demografen Paul Morland sprach in einem NZZ-Interview vom Dilemma mit drei Faktoren: eine dynamische Wirtschaft, ethnische Kontinuität und kleine Familien. Für Wohlstand und Prosperität könne sich ein Land nur zwei und nicht alle drei Faktoren leisten. Wenn Länder wie Grossbritannien, Deutschland oder die Schweiz mit kleinen Familien, sprich Geburtendefizit, eine starke Wirtschaft wollen, dann brauche es eben Migration. Wer sonst macht die Jobs? Thermoplan-Unternehmer und AWG-Vorstandsmitglied Adrian Steiner sagt es ganz konkret: «Viele meiner Mitarbeitenden kommen aus dem Ausland und sind ein unverzichtbarer Teil unseres Teams.»
Wer sonst finanziert Sozialwerke?
Der Überhang an Pensionierungen – beim zu tiefen Rentenalter 65 – gegenüber dem fehlenden Nachwuchs an Schweizer Arbeitskräften spüren auch die Sozialwerke. Gemäss Economiesuisse würde bei diesem Delta in der Sozialversicherung die Belastung für eine erwerbsfähige Person bis 2050 um über 2000 Franken pro Jahr zunehmen. «Es kann doch nicht sein, dass wir aus purer Lust am Zeichen setzen, mit einer zufälligen Zahl von 10 Millionen, unseren Wohlstand und unsere wirtschaftliche Stärke gefährden», so der AWG-Präsident.
Der AWG-Vorstand empfiehlt die Revision des Zivildienstgesetzes zur Annahme. Einerseits ist es in geopolitisch unsicheren Zeiten zwingend, die Bestände der Armee zu sichern. Anderseits geht es um die Effizienz des Einsatzes der staatlichen Mittel. Es kann nicht sein, dass in der RS Fachausbildungen gemacht und finanziert werden und zu viele leicht in den Zivildienst wechseln. Aufwand und Ertrag stehen da in einem sehr schlechten Verhältnis. Aus wirtschaftlichen Gründen braucht es ein Ja zur Änderung des Zivildienstgesetzes. Die konkrete Auswirkung für das Gewerbe schildert Stephan Portmann, Gartenbauunternehmer und AWG-Vorstandsmitglied so: «Für uns kleinen und mittleren Betriebe ist es ein grosses Problem, wenn zu viele bestens ausgebildete und vitale Frauen und Männer während Monaten am Arbeitsplatz fehlen.» Deshalb sei es richtig, wenn der Wechsel zum Zivildienst erschwert werde.
«So unverrückbar wie die Schweizer Alpen sind weder Arbeitsplatzsicherheit noch Wohlstand.»
Josef Wyss, Präsident AWG
«Viele meiner Mitarbeitenden kommen aus dem Ausland und sind ein unverzichtbarer Teil unseres Teams»
Adrian Steiner, Unternehmer und
Vorstand AWG
«Für uns kleinen und mittleren Betriebe ist es eine grosses Problem, wenn zu viele bestens ausgebildete und vitale Frauen und Männer während Monaten am Arbeitsplatz fehlen.»
Stephan Portmann, Gartenbauunternehmer und Vorstand AWG

