Was uns die MSD-Millionen wirklich sagen
Die steuerliche Benachteiligung der inhabergeführten Luzerner KMU muss verschwinden: Die AWG erwartet von der Regierung eine zügige Umsetzung des Vorstosses von Kantonsrat Guido Roos (Mitte, Wolhusen). Andere Kantone sind Luzern weit voraus.
Zum Artikel MSD-Steuereinnahmen, Ausgabe 18. April 2026
Warum eigentlich müssen gewisse Kreise alles nur schlecht sehen, wenn die Wirtschaft floriert und die Unternehmen Steuern abliefern? Statt Vorbehalte, Verdächtigungen über Geheimnistuerei und Ängsten gibt es eine ganz andere Sicht auf die vermuteten rund 500 Millionen Franken Steuern an Stadt und Kanton. Mehr noch, diese 500 Millionen Franken sollen und können uns etwas ganz anderes sagen:
Erstens, wir sind dankbar, dass das Unternehmen MSD erfolgreich in einem hart umkämpften Markt wirtschaftet und dieser Konzern seit nunmehr 60 Jahren im Kanton Luzern tätig ist. Wir respektieren, dass in Schachen Innovationen für das weltweite MSD-Universum entwickelt werden und dass in der Stadt Luzern soeben neue Räumlichkeiten bezogen worden sind. Das schafft spannende Arbeitsplätze für unsere jungen gut ausgebildeten Luzernerinnen und Luzern, es zieht fachliche Spitzenleute in den Kanton Luzern. Durch Konzerne wie MSD, B.Braun Medical oder Adidas hat Luzern wirtschaftliche und gesellschaftliche Ausstrahlung und sie zahlen kräftig Steuern. Darum: Danke, liebe MSD und andere!
Zweitens zeigen die steigenden Unternehmenssteuern, dass die viel gescholtene Steuerstrategie des Kantons Luzern bei Unternehmen erfolgreich ist. Ich verstehe natürlich, dass gewisse linke Politikerinnen und Politiker grösste Mühe haben, dies anzuerkennen. Aber manchmal sind Fakten stärker als Ideologien.
Drittens, ist es tatsächlich nicht selbstverständlich, dass dieser Steuersegen ungehindert weiterfliesst. Diesbezügliche Bedenken sind gerechtfertigt, weil wirtschaftlicher Erfolg kein Selbstläufer ist. Deshalb ist es nötig, dass sich der Staat in einer Zeit von florierenden Einnahmen, wie gerade jetzt, nicht zu einer Ausgaben- und Stellenparty verführen lässt. Die Erfahrung zeigt: Ist beim Staat Geld vorhanden, ist die Gefahr gross, dass es auch ausgegeben wird. Hier vertraue ich auf unseren bürgerlich dominierten Regierungsrat und Kantonsrat zum Masshalten, zu Disziplin, Selbstbeschränkung und Zurückhaltung bei neuen Aufgaben, Projekten und Gesetzen. Nicht alles was auch noch gut und interessant ist, muss auch gemacht – sprich finanziert – werden.
Josef Wyss, Präsident AWG (Aktiv in Wirtschaft und Gesellschaft) Kanton Luzern.

