AWG-Podium zum Detailhandel – Ladenöffnungszeiten und Parkplätze

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  • Das riesige Einkaufszentrum Mall of Switzerland in Ebikon wird Auswirkungen auf die Läden in Stadt und Kanton haben. Darin war man sich an einem Podium der Arbeitsgemeinschaft Wirtschaft und Gesellschaft (AWG) im Luzerner Theater einig. Wichtig für den traditionellen Detailhandel sind Erreichbarkeit, Parkplätze und Ladenöffnungszeiten.

    Am 28. September 2017 eröffnet die Mall of Switzerland in Ebikon mit ihren 150 Geschäften. Es handelt sich um das zweitgrösste Einkaufszentrum der Schweiz. „Wir bieten mehr als Einkaufen, wir ermöglichen mit Freizeitaktivitäten insbesondere für Familien tolle Erlebnisse“, sagte Werner Schaeppi als Mall-Sprecher. Das bleibt nicht ohne Auswirkungen auf die Läden der Stadt, der Agglomeration und des Kantons. „Jeder von uns muss seine Hausaufgaben machen“, sagte Roland Jungo, Direktor des Emmen Centers. Seine Antwort sei eine aktive Vorwärts- und Investitionsstrategie. „Das hat nicht mit Angst aber mit Respekt zu tun.“ Derweil zeigte sich die junge Designerin Melanie Kunz von der Boutique Mai in der Neustadt überzeugt, „dass es längst nicht alle Leute in solche Konsumtempel ziehen wird und immer noch zu Läden wie bei uns kommen.“

    Ambivalenz in Ebikon

    In der Standortgemeinde Ebikon ist die Stimmung ambivalent, wie Gemeinderat und Gewerbevereins-Sprecher Hanspeter Bienz ausführte. Auf der einen Seite haben die Stimmberechtigten die Einzonung bewilligt, auf der andern Seite wird der neue Anbieter für die Detaillisten immer konkreter. Bienz sprach von einer grossen Chance, dass mit der Mall Ebikon viel bekannter werden wird. Deshalb müsse die Zusammenarbeit zwischen Gewerbe und Mall gestärkt werden. Gemeinde und Detaillisten arbeiten seit längerem auf eine Attraktivierung des Dorfzentrums hin. „Dabei wollen wir mit starken Dienstleistungen, Aktionen und mit mehr Charme im Zentrum punkten.“

    Öffnungszeiten und Parkplätze in der Stadt

    André Bachmann von der City-Vereinigung Luzern erklärte, gemeinsam müssten die Detaillisten in der Stadt, der Region und die Mall versuchen, möglichst viele Konsumenten in der Region zu behalten und nicht nach Süddeutschland oder den Online-Handel zu verlieren. Applaus erntete Bachmann für sein Unbehagen: „Die Stadt läuft Gefahr, dass sie dicht macht und die Entwicklung rundherum stattfindet.“ Er und Drogist und CVP-Kantonsrat Markus Gehrig warnten davor, sich zu stark mit den sogenannten „Aufenthaltsproblemen“ zu verlieren statt sich den echten Themen zu widmen: Erreichbarkeit, Parkplätze und Ladenöffnungszeiten. „Als Konsument hat man das Gefühl, man sei in der Stadt gar nicht mehr erwünscht“, sagte Gehrig zur schlechten Erreichbarkeit und den fehlenden Parkplätzen.
    Handlungsbedarf wurde auch bei den Ladenöffnungszeiten ausgemacht. Roland Jungo vom Emmen Center kritisierte vor allem den schweizweit extrem frühen Samstagsschluss um 16 Uhr. „Dann ist die Stadt einfach tot.“ Diese vorgestrige Regelung widerspreche der heutigen Online-Gesellschaft mit der allgemeinen Verfügbarkeit. Im Gegensatz zu Markus Gehrig gab sich André Bachmann überzeugt, „dass wir uns da in Luzern demnächst bewegen müssen.“

  • Podium, von links: André Bachmann, Markus Gehrig, Roland Jungo, Melanie Kunz, Werner Schaeppi, Hanspeter Bienz, Mascha Santschi (Moderation). Bild Barbara Haas-Helfenstein

    Impressionen

  • Tags: Podium

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