Stadt-Land-Graben unbedingt vermeiden!

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Wyss Graf Roth Bucher
AWG- Arena mit KR Kandidaten
Foto Annalies Studer

Für einen erfolgreichen Kanton Luzern brauchen sich Stadt und Land gegenseitig. Ein Stadt-Land-Graben muss unter allen Umständen vermieden werden: Dieser Appell an die politische Kultur prägte das Podium der Arbeitsgemeinschaft Wirtschaft und Gesellschaft AWG in Ruswil.

Brechen Stadt und Land Luzern auseinander? Dieser Frage widmete sich ein AWG-Podium vor 200 Personen bei der Firma Siga in Ruswil. Die prominente Diskussionsrunde beurteilte das Stadt-Land-Verhältnis unterschiedlich:

  • Der Luzerner Stadtpräsident und Kantonsrat Stefen Roth bejahte die Frage. Ja, es gebe einen Stadt-Land-Graben, vor allem wenn es um die Verteilung der Mittel und die entsprechenden Beschlüsse im Kantonsrat gehe.
  • Regierungsrat und Gesundheits- und Sozialdirektor Guido Graf (Pfaffnau) wollte nichts von einem Stadt-Land-Graben wissen. Unterschiedliche Optiken habe es schon immer gegeben, man soll den Graben nicht herbeireden.
  • Dazwischen lag Regierungspräsident Reto Wyss (Rothenburg). Das Verhält-nis Stadt-Land sei angespannter denn je. Stadt und Land hätten nun mal verschiedene Interessen. Hier die Balance zu finden sei eine der grossen staatspolitischen Herausforderungen nicht nur in Luzern, sondern national.
Wyss Graf Roth Bucher
Podiumsrunde zum Stadt-Land-Graben mit
Reto Wyss, Guido Graf und Stefan Roth.
Moderiert von Sabine Bucher
Foto Annalies Studer

Verständnis statt Abgrenzung

In der von Sabine Bucher, Redaktionsleiterin „Entlebucher Anzeiger", moderierten Diskussion zeigte sich, dass das Phänomen der unterschiedlichen geografischen Positionen nicht neu ist. Aber durch die Begrenzung der Mittel einerseits und die Zuspitzung der Interessenvertretung anderseits sei die Gefahr eines Grabens grösser geworden. Niemand in der Diskussion wollte soweit gehen und von einem Auseinanderbrechen sprechen. Aber nötig ist – so die übereinstimmende Haltung – eine Kultur des Respekts, der Verbindung, des Miteinanders. Luzern komme nur weiter, wenn die Stadt boomt und die Landregionen Entwicklungsperspektiven haben. Nötig ist also Verständnis und nicht Abgrenzung.

KMU-Köpfe... und Unterhaltung mit Veri

Nach dem Podium ging es um die Kantonsratswahlen. Die AWG will, dass mehr KMU-Köpfe und wirtschaftsfreundliche Personen in den Kantonsrat gewählt werden. 45 Kandidatinnen und Kandidaten der CVP mussten in einer „szenischen Arena" schlagfertig Position beziehen diese zu begründen. Die Luzerner Politik aus einer ganz anderen Sicht kam mit dem Comedian Veri zum Tragen. Er schnappte sich Aussagen aus der Diskussion und entwickelte sie geistreichunterhaltsam weiter – Beste Politcomedy!

SIGA will Frankenkrise trotzen

Die AWG-Veranstaltung fand bei der Firma Siga in Ruswil statt, die von den Teilnehmenden vorgängig besichtigt werden konnte. Reto Sieber erläuterte die eindrückliche Entwicklung von der Zwei-Personen-Firma zum heutigen Klebestoff-Spezialisten mit über 350 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in Ruswil und an vielen Standorten auf. Das Beispiel Siga zeigt eindrücklich, dass die Energiewende für innovative KMU eine Chance sein kann. Die SIGA jedenfalls nutzt sie. Reto Sieber gab sich überzeugt, dass die SIGA die Probleme mit dem Frankenkurs meisten können, „wir bleiben an dieser Herausforderung nicht kleben."

Tags: Entwicklung, Wirtschaft, KMU

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