Energiestrategie 2050 – utopisch oder easy?

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  • Die AWG lancierte im Kanton Luzern die Meinungsbildung über die Energiestrategie 2050 mit einem Top besetzten Podium. 180 Mitglieder besuchten den Anlass beim Vorzeigeunternehmen Renggli AG Schötz. Im Eingangsreferat bezeichnete Gastgeber Max Renggli die Klimaerwärmung als Fakt.

    Man müsse Verantwortung übernehmen. Gleichzeitig erkannte er eine unternehmerische Chance für die Bauwirtschaft: «Alle Gebäude in der Schweiz zu sanieren, bei denen das noch nicht gemacht wurde, gibt für 100 Jahre Arbeit.»

    Marktwirtschaft vs. Staatseingriffe

    Nach den Erläuterungen der Abstimmungsvorlage durch Nationalrätin Andrea Gmür wurde darüber diskutiert: Energiestrategie 2050 – utopisch oder easy? Auf der Gegnerseite sträubten sich die Haare von SVP-Nationalrat Thomas Aeschi bei dem Gedanken an den Eingriff des Staates in die freie Marktwirtschaft und die verbundenen Kosten von jährlich 3200 Franken pro Familie. Diese Zahlen konnten die beiden Befürworter CVP-Nationalrat Karl Vogler und FDP-Ständerat Ruedi Noser nicht nachvollziehen. Mit dem technologischen Fortschritt spare man automatisch Kosten. Laut Bundesrat seien es lediglich 40 Franken für die Erhöhung des Netzzuschlags auf erneuerbare Energien, zudem seien Steuererleichterungen bei Sanierungen vorgesehen. «Diese 3200 Franken glaubt Ihnen doch kein Mensch mehr», so Vogler zu Aeschi. Die Gegner würden den Fehler machen auch noch die Lenkungsabgaben in die Kosten des Energiegesetzes einzurechnen.

    Nicht die Kosten, sondern der Einsatz der Gelder lassen den zweiten Gegner Swissmem-Vizepräsident Philip Mosimann die Vorlage bekämpfen: «Ich will gar keine Subventionen! Das sind 1.4 Millionen Franken pro Jahr.» Die Befürworter entgegneten die Subventionen seien befristet. Mosimann glaubt nicht daran, dass diese Subventionen je wieder gestrichen werden: «Es wollen doch alle Politiker wieder gewählt werden.» Lieber schlägt er vor diese KEV-Gelder in einen Innovationspark zu investieren. Anstatt Solarzellen «made in China» aufs Dach zu setzen, könnten die «besten Köpfe» neue Technologien entwickeln. "Sarah Bischof"

    Das Image von Luzern leidet

    Harsche Kritik am gegenwärtigen Kurs des Kantons Luzern übte AWG-Präsident Josef Wyss in Schötz. Der Eschenbacher gehört seit nun mehr zwei Jahren dem Kantonsrat an. «Manchmal komme ich mir mehr als Krankenpfleger denn als Politiker vor.» In der Luzerner Finanzpolitik würden nur noch «Pflästerli» verteilt, der Kanton eile mit Sparpaketen, Leistungsabbau und unerwarteten Ankündigungen von einer Notoperation zur nächsten, «Die Finanzpolitik des Kantons Luzern ist Dauergast auf der Intensivstation.»  Das schadet mittel- und langfristig dem Ansehen des Kantons Luzern. Dem Kanton Luzern fehle eine weitreichende, spürbare Finanzpolitik. Deshalb unterstützt die AWG die Steuererhöhung über die am 21. Mai abgestimmt wird. «Als Wirtschaftsorganisation sind wir zwar grundsätzlich gegen höhere Steuern und Abgaben, aber aus Verantwortung für den Abschied aus der Intensivstation braucht es diesen Befreiungsschlag.»   "Bi"

    Die Hauptdarsteller am AWG-Anlass vom 10. April 2017:

  • von links: Thomas Aeschi, SVP-Nationalrat; Helen Issler, Journalistin und Moderatorin; Philip Mosimann, Swissmem-Vizepräsident; Max Renggli, CEO Renggli AG; Ruedi Noser, FDP-Ständerat; Andrea Gmür, Nationalrätin und AWG-Vorstandsmitglied, Karl Vogler, CVP-Nationalrat; Josef Wyss, AWG-Präsident.

    Impressionen

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    Tags: Podium, Energie

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